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ATHX Games von adidas: Was hinter dem neuen Wettkampfformat steckt

  • Autorenbild: Lin ny
    Lin ny
  • 6. Feb.
  • 5 Min. Lesezeit

Functional Fitness ist längst kein Nischensport mehr. Die Athleten werden stärker, schneller, professioneller – und die Wettkämpfe größer. 


Gleichzeitig stellt sich immer öfter die Frage: Was wird hier eigentlich genau getestet? Kraft? Ausdauer? Athletik? Oder einfach nur, wer am längsten durchhält? Genau an diesem Punkt setzen die ATHX Games von adidas an.


Statt immer neuer, möglichst extremer Workouts wollen sie Leistung klarer sichtbar machen. Weniger Chaos, mehr Struktur. Weniger Überraschung, mehr Vergleichbarkeit. Und das alles mit dem Anspruch, Functional Fitness sportlicher und verständlicher zu denken.


In diesem Artikel schauen wir uns an, was hinter den ATHX Games steckt, wie der Wettkampf aufgebaut ist – und weshalb die Games für die Zukunft des Sports mehr sein könnten als nur ein weiteres Event im Kalender.



Was sind die ATHX Games überhaupt?


Die ATHX Games sind ein neues internationales Wettkampfformat im Bereich Functional Fitness, das von adidas initiiert wurde. Ziel ist es, Athletik klarer, vergleichbarer und sportlicher darzustellen als es bei vielen klassischen Functional-Fitness-Wettkämpfen der Fall ist.


Im Kern geht es bei den ATHX Games nicht darum, wer ein extrem langes Workout übersteht. Stattdessen steht die Frage im Mittelpunkt: Wie leistungsfähig ist ein Athlet wirklich – in klar definierten Bereichen?


Die Games sind so konzipiert, dass einzelne Fähigkeiten gezielt getestet werden. Kraft, Explosivität, Ausdauer, Körperkontrolle und Technik werden nicht zufällig vermischt, sondern bewusst voneinander getrennt oder kontrolliert kombiniert. Dadurch entsteht ein Wettkampf, der weniger auf Überraschung setzt und stärker auf messbare Leistung.


Ein wichtiger Punkt: Die ATHX Games wollen Functional Fitness nicht neu erfinden, sondern strukturieren


Viele Elemente sind aus dem bestehenden Sport bekannt – Lifts, Gymnastics, Ausdauerformate. Der Unterschied liegt darin, wie sie eingesetzt werden: mit klaren Standards, nachvollziehbarem Scoring und einem festen sportlichen Rahmen.



Wie sind die ATHX Games konkret aufgebaut?

Athletin bei Back Squats

Die ATHX Games unterscheiden sich vor allem dadurch von klassischen Functional-Fitness-Wettkämpfen, dass sie nicht aus zufälligen WODs bestehen, sondern aus klar definierten, wiederholbaren Leistungstests. Jeder Test prüft eine bestimmte Fähigkeit – und genau das macht den Wettkampf so gut vergleichbar.


Grundprinzip des Wettkampfs


Der Wettkampf ist in mehrere Disziplinen (Tests) unterteilt.Jede Disziplin steht für einen klaren Leistungsbereich:



Wichtig: Nicht alles wird gleichzeitig getestet. Jede Fähigkeit bekommt ihren eigenen Raum.



Die fünf Kern-Disziplinen der ATHX Games


1. Strength – Maximalkraft unter Wettkampfbedingungen


In der Strength-Disziplin geht es um reine Kraftleistung.


Typisch sind klassische Lifts wie:



Charakteristisch sind:


  • wenige Wiederholungen

  • hohe Lasten

  • klare Standards

  • lange Pausen


Hier zählt nicht Ausdauer, sondern maximale Kraft und Technik unter Druck. Diese Disziplin trennt sehr schnell gut Trainierte von wirklich starken Athleten.




Power-Events testen, wie schnell Kraft umgesetzt werden kann.


Typische Elemente sind:


  • olympische Lifts (z. B. Snatch- oder Clean-Varianten)

  • Sprünge

  • kurze, explosive Bewegungsfolgen


Entscheidend ist:


  • saubere Technik

  • Geschwindigkeit

  • präzise Bewegung


Wer hier zu schwer denkt oder zu langsam arbeitet, verliert sofort Zeit oder Punkte.



3. Endurance – Ausdauer klar definiert


Im Gegensatz zu vielen anderen Wettkämpfen ist Ausdauer bei den ATHX Games klar strukturiert. Häufig kommen monostrukturelle Geräte zum Einsatz:



Oft über längere Zeiträume und ohne Kraftübungen dazwischen.


Das Ziel ist eindeutig: reine Ausdauerleistung sichtbar machen, ohne sie mit Technik oder Kraft zu vermischen.



4. Gymnastics – Körperkontrolle & Technik


In dieser Disziplin geht es um relative Kraft und Bewegungskontrolle.


Typische Übungen:


  • Pull-ups / Chest-to-Bar

  • Toes-to-Bar

  • Handstand-Varianten

  • Core-lastige Bewegungen


Hier zeigt sich:


  • wie gut Athleten ihren eigenen Körper kontrollieren

  • wie sauber sie unter Ermüdung arbeiten


Kraft allein reicht hier nicht. Technik und Körperspannung entscheiden.



5. Mixed Events – Kombination, aber gezielt


Erst in den Mixed Events werden mehrere Fähigkeiten kombiniert. Aber auch hier gilt: nicht willkürlich.


Typisch:


  • klar begrenztes Volumen

  • saubere Übergänge

  • verständliche Abläufe


Das Ziel ist nicht maximale Zerstörung, sondern Athletik unter komplexeren Bedingungen zu testen.



Scoring & Vergleichbarkeit


Ein weiterer zentraler Unterschied zu anderen Wettkämpfen: das Bewertungssystem.


  • Jede Disziplin bringt Punkte

  • Platzierungen sind klar nachvollziehbar

  • keine „inoffiziellen“ Wertungen

  • keine Interpretationsspielräume


Das sorgt dafür, dass:


  • Ergebnisse zwischen Events vergleichbar bleiben

  • Athleten genau wissen, woran sie sind

  • Leistung im Vordergrund steht, nicht Glück oder Zufall



Warum dieser Aufbau so entscheidend ist


Durch diese Struktur beantworten die ATHX Games eine Frage, die viele Wettkämpfe offenlassen: Was kann dieser Athlet wirklich – und wo?


Du siehst:


  • wer stark ist

  • wer explosiv ist

  • wer ausdauernd ist

  • wer technisch sauber arbeitet


Nicht alles verschwimmt in einem einzigen langen Workout. Und genau das macht die ATHX Games sportlich relevant.



Was unterscheidet die ATHX Games von klassischen Functional-Fitness-Wettkämpfen?

Athlet beim Rudern

Der größte Unterschied liegt nicht in einzelnen Übungen oder im Branding, sondern im Anspruch an Struktur und Vergleichbarkeit. Die ATHX Games sind bewusst so aufgebaut, dass Leistung klar erkennbar und einordenbar ist – für Athleten genauso wie für Zuschauer.


1. Klare Tests statt Überraschungs-Workouts


Viele klassische Functional-Fitness-Wettkämpfe setzen auf Überraschung: unbekannte Workouts, wechselnde Anforderungen, oft erst kurz vorher bekanntgegeben. Das kann spannend sein, macht Leistung aber schwer vergleichbar.


Bei den ATHX Games ist klar:


  • Welche Fähigkeit getestet wird

  • Warum sie getestet wird

  • Wie sie bewertet wird


Das reduziert Zufall und erhöht Aussagekraft. Wer gewinnt, gewinnt nicht, weil er „alles irgendwie kann“, sondern weil er in definierten Bereichen besser ist.



2. Trennung der Leistungsbereiche


Ein zentraler Unterschied ist die saubere Trennung der Fähigkeiten. Statt alles in einem langen, ermüdenden Workout zu vermischen, werden bei den ATHX Games einzelne Leistungsbereiche gezielt geprüft:



Das macht sichtbar, wo ein Athlet stark ist – und wo nicht. In vielen anderen Wettkämpfen verschwimmt das, weil alles gleichzeitig gefordert wird.



3. Weniger Volumen, mehr Präzision


ATHX setzt nicht auf maximale Zerstörung.Die Workouts sind fordernd, aber bewusst begrenzt:


  • weniger unnötiges Volumen

  • klarere Wiederholungszahlen

  • saubere Bewegungsstandards


Das Ziel ist nicht, Athleten auszupowern, sondern ihre Athletik unter klaren Bedingungen zu testen.



4. Bessere Verständlichkeit für Zuschauer


Ein häufiger Kritikpunkt an Functional Fitness als Wettkampfsport ist die fehlende Verständlichkeit. Außenstehende sehen Bewegung – verstehen aber nicht, was gerade bewertet wird.


Bei den ATHX Games ist leichter erkennbar:


  • wer vorne liegt

  • warum jemand schneller oder stärker ist

  • welche Fähigkeit gerade den Unterschied macht


Das macht den Sport zugänglicher, ohne ihn zu vereinfachen.



5. Weniger Chaos, mehr Sportlogik


Klassische Wettkämpfe leben oft vom Chaos: viele Übungen, hohe Wiederholungen, extreme Ermüdung. Das ist Teil der Szene – aber sportlich nicht immer sauber.


Die ATHX Games folgen stärker einer klassischen Sportlogik:


  • klare Disziplinen

  • nachvollziehbares Scoring

  • reproduzierbare Tests


Das rückt den Fokus weg vom reinen Durchhalten und hin zu echter Leistungsfähigkeit.



Kurz zusammengefasst


Die ATHX Games unterscheiden sich nicht, weil sie „härter“ sind – sondern weil sie strukturierter sind. Sie wollen nicht alles gleichzeitig testen, sondern klar zeigen, wer was kann. Und genau das macht sie zu einem spannenden Gegenentwurf zu vielen bestehenden Functional-Fitness-Wettkämpfen.



Warum die ATHX Games mehr sind als ein weiteres Event

Athlet auf einem AirBike

Die ATHX Games sind nicht einfach ein neuer Termin im Wettkampfkalender. Sie stehen für einen anderen Blick auf Functional Fitness – weg vom reinen Durchhalten, hin zu klar definierter Athletik.


Was sie besonders macht, ist nicht ein einzelnes Workout oder eine spektakuläre Location, sondern der Anspruch dahinter: Leistung soll sichtbar, vergleichbar und nachvollziehbar sein.


Ob sich dieses Format langfristig etabliert, wird sich zeigen. Aber unabhängig davon haben die ATHX Games bereits etwas angestoßen: eine Diskussion darüber, wie Functional Fitness als Wettkampfsport aussehen kann, wenn man ihn konsequent sportlich denkt.

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